Als ob die Not unter portugiesischen Hausbesitzern nicht bereits groß genug wäre, sieht es momentan danach aus, als ob sich die lokalen Gemeindesteuern verfünf- bis versiebenfachen könnten. Unterdessen ist die Anzahl der Hypothekennehmer an den privaten Häusermärkten, die ihre Objekte durch eine Zwangsversteigerung verloren haben, im ersten Quartal dieses Jahres um 74% im Vergleich mit derselben Periode des Vorjahrs gestiegen. Heimische Banken nahmen in Q1 somit 2.300 Häuser oder rund 26 Objekte pro Tag von den Kreditnehmern zurück.

Wie in Spanien und Irland könnte sich die deutliche Zunahme der zahlungsausfälligen Immobilienkredite letztendlich als Sargnagel für Portugal erweisen

Viele portugiesische Familien können sich ihre Hypothekenzahlungen im Angesicht des aktuellen Wirtschaftsumfelds schlichtweg nicht mehr leisten, obwohl dies die letzte Spezies von Krediten ist, auf die die Darlehensnehmer zahlungsausfällig würden. Laut neuester Daten der Vereinigung Professioneller Immobilienmakler haben die stark wachsenden Zahlungsausfälle im Immobiliensektor im ersten Quartal dieses Jahres zu einer Rücknahme von 2.300 Objekten durch die Kredit gebenden Banken geführt. Dies entspricht rund 26 Objekten pro Tag und einem satten Anstieg von 74% im Vergleich mit derselben Periode des Vorjahrs.

In den beiden Großstädten Lissabon und Porto ist die Lage am Schlimmsten. Rund 40% aller durch die Banken eingezogenen Immobilien befanden sich in diesen beiden Metropolen. Während auf die heimischen Banken eine Kreditausfallwelle im Immobiliensektor des Landes zurollt, haben die lokalen Gemeinden nichts Besseres zu tun, als den finanziell ohnehin stark unter Druck stehenden Hausbesitzern ihre Steuern weiter anzuheben. Laut einer Mitteilung der Nationalen Vereinigung der Hausbesitzer werden die Gemeindesteuern auf Grundbesitz schon bald um das fünf- bis siebenfache (!) steigen. Diese Situation wird unweigerlich dazu führen, die landesweiten Aktivitäten im Zwangsversteigerungssektor unter den Banken drastisch zu beschleunigen und die daraus resultierende Zahlungsausfallwelle zu vergrößern.

Nicht selten könnte es sogar dazu kommen, dass die Immobilien aufgrund von nicht bezahlten Steuern durch die örtlichen Gemeinden eingezogen werden, wie Experten befürchten. Obwohl die Gemeindesteuern nominal nur um 25% von 0,4% auf 0,5% des geschätzten Immobilienwerts klettern werden, resultieren die absehbaren Probleme aus einer anstehenden Neubewertung der Immobilien an sich. Da viele Objekte seit Jahren keiner Verkehrswertschätzung mehr unterzogen wurden, wird die in vielen Fällen resultierende Höherbewertung der meisten Immobilien zu einem drastischen Anstieg der Gemeindesteuern führen – auch wenn diese – wie beschrieben – nominal nur von 0,4% auf 0,5% klettern.

Die wachsenden finanziellen Probleme unter den Hausbesitzern werden letztendlich jedoch auch auf die zukünftigen Steuereinnahmen der Gemeinden und der Zentralregierung durchschlagen. Denn ein zwangsversteigerter Hausbesitzer zahlt in der Zukunft auch keine Steuern mehr. Berücksichtigt man den enormen Anstieg der Insolvenzen im portugiesischen Unternehmenssektor und den daraus resultierenden Zuwachs der nationalen Arbeitslosenquote, so befindet sich Portugal ganz sicher in einer furchtbaren wirtschaftlichen Lage, die sich schon bald noch deutlich verschlimmern könnte.